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AUKTION 31 Bildende Kunst des 17.-21. Jahrhundert
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KatNr. 5 Gustav Adolf Hahn, Blick in einen gotischen Innenhof. Um 1850/ 1860.
KatNr. 5 Gustav Adolf Hahn, Blick in einen gotischen Innenhof. Um 1850/ 1860.

005   Gustav Adolf Hahn, Blick in einen gotischen Innenhof. Um 1850/ 1860.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Hahn". Verso von unbekannter Hand auf dem Keilrahmen in Rot bezeichnet "gem. v. Hahn" und "Schloß Wachwitz b/ Dresden", in Blei "II". U.re. zwischen Keilrahmung und Rahmung mit den Resten eines Etiketts der "Königlichen Garde-Meubles-Verwaltung". In goldgefaßter Schmuckleiste gerahmt.
Minimale Retuschen o.li., partielles, feines Krakelee.
Provenienz: Dresdner Privatbesitz; vor 1928 in wettinischem Besitz.

36,2 x 27,5 cm, Ra. 46 x 37 cm. Aufruf 1300 €
Zuschlag 3400 €
KatNr. 11 Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft. Um 1830.
KatNr. 11 Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft. Um 1830.
KatNr. 11 Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft. Um 1830.
KatNr. 11 Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft. Um 1830.

011   Carl Gustav Carus, Mondscheinlandschaft. Um 1830.

Öl auf Papier, nachträglich auf Malpappe kaschiert. Die Kanten der Trägerpappe mit Papier kaschiert und vergoldet. Unsigniert. Verso von unbekannter Hand ausführlich bezeichnet. In einer breiten Holzleiste gerahmt.
Die Blattecken des Bildträgers mit kleinen Fixierlöchlein. Malschicht mit punktuellen bis kleineren Retuschen im Bereich des Himmels und an den Rändern; kleinere Farbausplatzung o.Mi. Vereinzelt punktförmige Flüssigkeitsspuren. Gealterter Firnis, partiell minimal berieben. Die Ecken der Trägerpappe etwas gestaucht, die Randbereiche mit vereinzelten kleinen Läsionen, verso mit Resten älterer Montierungen.
Beschriftung verso vormals von einem späteren Etikett überdeckt (einzeln beigegeben).
Nicht im WVZ Prause.

Eine Expertise von Prof. Dr. H. J. Neidhardt, Dresden, vom 30.01.2012 liegt vor.

Die Verwendung von Papier als Bildträger ist kennzeichnend für das malerische Oeuvre Carus'. Etwa ein Viertel der kleinformatigen Gemälde und Studien wurden auf Papier gemalt und nach Beendigung des Malprozesses oftmals auf Malpappe montiert, ein Zeitpunkt der späteren Montierung läßt sich zumeist nicht nachweisen. Die nach der Montierung geschnittenen Blattkanten des Bildträgers und sichtbar bleibenden Schnittspuren lassen sich auch auf anderen Gemälden des Künstlers nachweisen ("Baumstudie", um 1825, Galerie Neue Meister Dresden, Inv. Nr. 2215M) ebenso die Fixierlöchlein in den Blattecken des Bildträgers ("Sächsische Landschaft. Sonnenstein bei Pirna", um 1824, Nationalgalerie Berlin, Inv. Nr. AII424).
Vgl. Möckel, Viola: Über Bildträger und Grundierungen von 24 Gemälden von Carl Gustav Carus (Galerie Neue Meister SKD Dresden und Alte Nationalgalerie, SMPK Berlin). Dresden, 2007 (unpubliziert).

Als Vorreiter und Verfechter einer romantischen Naturforschung und Medizin, die sich der regulativen, in forschend und interpretatorisch trennenden Auffassung Kants entgegenstellte und, stärker im Sinne Hegels, auf dem Zusammenklang von Empirie und Philosophie basierte, lag sämtlichen natur- und kunstwissenschaftlichen Äußerungen von Carl Gustav Carus das Beschreiben einer ideellen Einheit von Natur und Mensch zugrunde. Allein in der befruchtenden Ergänzung von Physik und Metaphysik, nicht in deren vernunftbasierter Ablehnung, sah Carus die Aufgabe der Wissenschaft, den Zusammenhängen in der Identität von Natur und Geist nachzuspüren, erfüllt. Seine in viele wissenschaftliche Bereiche vordringenden, umfassenden Studien widmen sich stets der von sozialen und politischen Prägungen ungetrübten Verbindung von Mensch und Natur.
Carus’ Standpunkt, nur eine durch die Erkenntnisse der Wissenschaft beeinflußte Kunst könne als ganzheitlich angesehen werden, zeigt sich deutlich in seiner am 15. Dezember 1834 im Kunstverein zu Dresden gehaltenen Vorlesung „Ueber atmosphärisches Licht und über atmosphärische Farben“. Hierin formulierte er die Feststellung und Hoffnung, „daß der Wissenschaft manches zu Gute komme von der Kunst […], daß aber auch die Wissenschaft ihrerseits manchen nützlichen Fingerzeig, manchen dankenswerten Aufschluß der Kunst zu geben im Stande sey, …“ Der Malerei maß Carus in seinen Ausführungen besonderes Gewicht bei, „als derjenigen Kunst, die ganz und gar vom Lichte lebt, die ohne Licht undenkbar wäre, deren Aufgabe es ist, durch Schein des Lichtes das Sinnesorgan auf gefällige Weise und zu höhern Zwecken zu täuschen, und die, um diesen Zweck zu erreichen, sonach die Kenntnis von den Lichtwirkungen und die nicht so leichte Kunst des Sehens voraussetzt“.

Dies zeigt sich auch im künstlerischen Schaffen des Universalgelehrten, hier in besonderem Maße an der Werkgruppe der Mondscheinlandschaften. Basierend auf zahlreichen empirischen Studien zu den für das menschliche Auge wahrnehmbaren, atmosphärischen Prozessen, schuf Carus eine Reihe von malerischen Mondscheinszenen, die einerseits seine Beobachtungen des Lichtspiels und der Farben am Nachthimmel reflektieren, zum anderen jedoch immer auch Spiegel der eigenen Empfindung sind. Carus suchte die tief wahrgenommene Einheit von Wissen und Empfindung, von Geist und Gefühl; nüchternes Abbilden fand ebenso seine Ablehnung wie geistlose Schwärmerei. Konnte er sich für eine detaillierte malerische Schilderung einer Wetterlage, wie in den Gemälden Johann Christian Klengels, begeistern, so empfand er die klaren Wolkenstudien Johan Christian Clausen Dahls als „unchristlich befremdend“. Auch den mitunter symbolisch-metaphorisch aufgeladenen Seelenlandschaften Caspar David Friedrichs, dem sich Carus zeitweise eng verbunden fühlte, stand der Mediziner kritisch gegenüber: in einem Brief an Johann Gottlob Regis aus dem Jahr 1820 faßte Carus zusammen, Dahl würde „ebensooft an das Objektive sich zu sehr verlieren, als Friedrich zuweilen im Subjektiven unterging“.

Seine eigenen Mondscheinlandschaften zeichnen sich vor allem durch dynamische, ins Dramatische gesteigerte Wolkenformationen aus, die den (in den meisten Fällen) vollen Mond und dessen reflektierendes Lichtspiel stimmungsvoll inszenieren. Die Faszination dieser Szenen lag für Carus nicht in einer unreflektierten oder verklärten Anbetung des sich ihm bietenden Naturschauspiels von Licht und Farben, sondern vielmehr in dessen malerischen, auf einer, von wissenschaftlichen Erkenntnissen gestützten, persönlichen Wahrnehmung beruhenden Analyse. Das Mondlicht schien ihm in seiner Eigenschaft als reflektiertes Licht besonders interessant, zeigen sich in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen doch die vielfältigsten atmosphärischen Phänomene: „Beobachtet man nämlich zuerst den Mond, wie er am Nachthimmel uns mehr oder weniger gelblich leuchtend erscheint, so sollte man zuvörderst schwerlich glauben, daß er mit seinem gelblichen Ton nur blaues Licht versenden könnte, …“ Und weiter: „… wir können auch bei dem minder blendenden Lichte des Mondes und besonders beim Lichte des ersten oder letzten vollen Viertels, zumal wenn leichte Wolken sich umher verbreiten, sehr deutlich sehen, daß der Himmelsraum zunächst am Monde von einer ganz außerordentlichen Dunkelheit ist, welche uns um so weniger als etwa bloß vom Gegensatz zum Mondlichte scheinbar hervorgerufen angesehen werden kann, […]; eine Verschiedenheit, welche auch auf Gemälden sorgfältig beachtet zu werden verdient, soll dadurch anders die Wirkung solchen Mondlichtes deutlich wiedergegeben werden.“ Daß es Carus gelang, diese Symbiose von Beobachtung und Empfindung in seinen Mondscheinstücken in eine eigenständige künstlerische Handschrift zu übersetzen, beweist einmal mehr dieses hier zur Auktion stehende Werk von musealer Qualität.

Quellen:
Die am 15. Dezember im Sächsischen Kunstverein in Dresden gehaltene Vorlesung „Ueber atmosphärisches Licht und über atmosphärische Farben“ wurde kurze Zeit später in drei Teilen im Schornschen Kunstblatt publiziert: Morgenblatt für gebildete Stände. Kunst-Blatt (Hrsg. Ludwig Schorn). München, Jahrgang 1835, No. 16 bis 18 (24. Februar bis 3. März 1835).

Das Zitat aus dem Briefwechsel mit Regis findet sich in: Carus, Carl Gustav: Lebenserinnerungen und Denkwürdigkeiten. Nach der zweibändigen Originalausgabe v. 1865/66 neu hrsg. V. Elmar Jansen, 2 Bände, Weimar 1966, Band 1, S. 235. Hier wurde zitiert nach: Maaz, Bernhard: Carus und die Kunst seiner Zeit; In: Carl Gustav Carus – Wahrnehmung und Konstruktion. Akten zum interdisziplinären Kolloquium 21. bis 23. Mai 2008 im Residenzschloß, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2009, Essay-Band, S. 100.

Annegret Karge.

23 x 32,2 cm, Malpappe 24 x 33,2 cm, Ra. 32 x 41 cm. Aufruf 25000 €
Zuschlag 25000 €
KatNr. 14 Robert Sterl
KatNr. 14 Robert Sterl
KatNr. 14 Robert Sterl

014   Robert Sterl "Stalleingänge". Um 1888.

Öl auf dünner Malpappe, auf Hartfaser kaschiert. Unsigniert. Von der Witwe des Künstlers u.re. bezeichnet "R. Sterl". Verso mit dem Nachlaß-Etikett Nr. "A 286" versehen. In einer kräftig profilierten Stuckleiste gerahmt.
Malschicht in den dunklen, pastosen Partien partiell mit Frühschwundrißbildung und unscheinbare Druckstellen. Unscheinbare Abschürfung der Malschicht u.Mi.
WVZ Zimmermann 80, WVZ Popova 76. Beide Angaben mit Maßen der Trägerpappe.

Provenienz: Deutscher Privatbesitz; Nachlaß Karl. Horstmannshoff, Werther, um 1941-49 durch Vermittlung von P. A. Böckstiegel aus dem Nachlaß von R. Sterl erworben.

Seit sieben Jahren an der Dresdner Kunstakademie als Student bei u.a. Julius Scholtz und Leon Pohle, macht sich im Jahr 1888 eine gewisse Distanzierung Sterls von den Inhalten und der idealisierenden künstlerischen Auffassung seiner Lehrer bemerkbar. Klagt er in einem Brief an seinen Freund Göhre im März diesen Jahres über die realitätsferne Nachahmlust und inhaltliche Belanglosigkeit seiner der Historienmalerei verhafteten Kollegen, läßt er sich in der Konsequenz dieser andauernden Kritik im Oktober 1888 aus dem Meisteratelier von Ferdinand Pauwels beurlauben.
In seinen zahlreichen Studien und Werken dieser Zeit der inhaltlichen Neuorientierung findet sich ein befreites, für sein weiteres Schaffen charakteristisches Kolorit; die Motivwahl verlagert sich deutlicher hin zu spontanen, aus persönlichen Eindrücken gewonnenen Impressionen. Mit beinah rebellischem Unterton kommentierte er seine neue Haltung gegenüber seinem Freund: "… und da schöpfe ich mitten aus dem Leben lieber als nur aus diesen Idealen der Kunst… Lieber Tod als conventionell!" (zitiert nach Horst Zimmermann, WVZ S. 9, FN 8).

32,8 x 25,8 cm, Ra. 52 x 45 cm. Aufruf 2000 €
Zuschlag 3000 €
KatNr. 25 Johannes Beutner, Nach dem Bade. 1942.
KatNr. 25 Johannes Beutner, Nach dem Bade. 1942.

025   Johannes Beutner, Nach dem Bade. 1942.

Öl auf Leinwand. In Rotbraun signiert u.re. "Joh. Beutner" und datiert.
Malschicht punktuell leicht angeschmutzt und vereinzelt mit strichförmigem, langgliedrigen Krakelee. Im Inkarnat und teilweise in pastoseren Partien partielle Frühschwundrißbildung, deutlicher im Rücken der linken Figur und im erhobenen Arm der rechten Figur, stellenweise sternförmige Krakeleebrüche. Kleine Retusche im Bereich der linken Brust der rechten Figur. Kreisförmiges Krakelee über einer Druckstelle o.re.

Nur 17 ausgelagerte Werke überlebten die Totalzerstörung des Ateliers von Johannes Beutner in der Dresdner Bombennacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 - "Nach dem Bade" ist eines von ihnen.
Diese bislang unpublizierte, monumentale Arbeit zeigt in aller Deutlichkeit den werkbestimmenden Einfluß der während eines einjährigen Italienaufenthaltes im Jahr 1931 gesammelten Eindrücke und die geistige Nähe zu den Künstlern der Valori plastici. Das samtene, gepudert tonige Kolorit, der statuarische Aufbau der Figuren im Vordergrund und die diffuse, aus reduzierenden Farbflächen komponierte, nahezu klassizierende Landschaft im Hintergrund lassen Anleihen an Werke Giorgio Morandis oder Carlo Carràs erkennen.
Und doch fand Beutner, trotz dieser expliziten Zuwendung, zu einer eigenen, weniger melancholischen Sprache, bestimmt durch eine wärmere Palette und nicht zuletzt durch die stete, innige Variation seines Modells und späteren zweiten Frau Hilde.
"Die Dargestellte ist immer die gleiche, und sie ist immer neu gesehen. Beutner fand für jedes der Bilder von Hilde eine Skala reicher Farbigkeit, neue Akzente für das blühende Inkarnat sowie für den Aufbau der schlichten, meist neutralen Umgebung des Hintergrundes oder der stillebenhaften Beigaben." (Löffler, Fritz: Johannes Beutner (Reihe Maler und Werk), Dresden 1987, S. 7).

131 cm x 180,5 cm. Aufruf 20000 €
Zuschlag 23000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

044   Hermann Glöckner, Verlaufende Strukturen über gefächerten Spachtelzügen. 1962/ 1968.

Gips, Leim, Casein, Tempera und Alkydharzlack auf Pappe. Verso schwarzbraun grundiert, mit einer Flächenaufteilung in Blei und mittig in Deckweiß monogrammiert "G" (Schablone). Darunter signiert "Hermann Glöckner", datiert u.li. "bis 140162" sowie ausführlich bezeichnet u.Mi.: "Kreide + Beta Cas. + nass. Temp. + Lack (Bo) mont. 068". In der originalen Künstlerrahmung.
Oberfläche mit vereinzelten, unscheinbaren Abplatzungen; Lack mit Verfärbungen. Farbliche Fassung der Rahmung leicht rissig und angeschmutzt, vereinzelt unscheinbare Fehlstellen.
Nicht im WVZ der Tafeln.

Diese äußerst dynamische Tafel Glöckners offenbahrt in ihrer vegetativen, ferner an gebeugte Giraffen erinnernden, Gestaltung ein vom konstruktivistischen Tenor der geometrischen Tafeln abweichendes Interesse an einer nahezu informellen Formfindung aus scheinbar amorphen und zufällig wirkenden Strukturen.

15,2 x 27,3 cm, Ra. 26 x 37,3 cm. Aufruf 6000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 6000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

045   Hermann Glöckner "Frau mit roter Kappe". 1948.

Tempera auf Papier. In der originalen Künstlerrahmung hinter Glas gerahmt, auf der Rückwand in Blei signiert "Glöckner", datiert und bezeichnet. Verso auf dem Papier nochmals datiert.
Ecken des Blattes mit kleineren Knickspuren. Im Randbereich o.li. und u.li. jeweils ein kleinerer Abriß. Malschicht vereinzelt mit minimalen Farbabplatzungen.

23 x 20,5 cm, Ra. 28,7 x 26,4 cm. Aufruf 750 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2200 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

048   Josef Hegenbarth, Panther. 1940er Jahre.

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso mit dem Nachlaßstempel versehen u.li.
Pastose Malschicht mit feinem, vertikalen Krakelee. Leinwand durch den starken Farbauftrag etwas gelockert; u.li. Gewebefaden in Malschicht.
Die Authentizität des Gemäldes wurde von Ulrich Zesch mündlich bestätigt.
Provenienz: Privatbesitz.

Vgl. eine in Motiv und Pose fast deckungsgleiche, nur um einen Jaguar ergänzte farbige Pinselzeichnung im WVZ Zesch Nr. E V 661.

Kraftvolle, subtil dynamische Arbeit, in der der pastose Farbauftrag die nur schwer zähmbare wilde Natur des rastlos auf- und abschreitenden Panthers aufnimmt und doch nichts von der vollendeten Eleganz der Großkatze vermissen läßt.

21 x 30,5 cm. Aufruf 3700 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 4000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

055   Hans Jüchser "Lesende liegend". 1966.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Jüchser." und datiert. Malträger verso grundiert, mittig signiert, ortsbezeichnet, betitelt und datiert. In silbergefaßter Holzleiste gerahmt.
Malschicht mit kleiner Druckstelle mit minimaler Farbablösung im linken Arm der Liegenden. Malträger leicht wellig. Zwei Seiten der Keilrahmung ersetzt.
Nicht im WVZ Schmidt.

Innerhalb der umfassenden Werkgruppe der Frauenbildnisse im Schaffen Jüchsers wurde den "Liegenden" ein besonderes motivisches Interesse seitens des Künstlers zuteil. Die Ruhe und Statuarik der mitunter sogar schlafenden Frauen ist wichtigstes kompositorisches Mittel, Atmosphäre und Ausdruck werden allein durch das Kolorit bestimmt. "Es ist typisch und bezeichnend für das malerische Interesse Hans Jüchsers, daß er sich immer wieder den gleichen Motiven zuwandte und ihre Neuschöpfung in der Welt der Farben vollzog." (Porstmann, Gisbert: Der Maler Hans Jüchser, In: Porstmann, Gisbert / Karohl, Linda (Hrsg.): Hans Jüchser. Farbe als absolute Kraft, Städtische Galerie Dresden, Dresden 2010, S. 12).
In der "Liegenden" ist wohl meistenfalls Jüchsers zweite Frau Helga zu sehen - die zahlreichen Portraits nach ihrem Modell reflektieren gleichsam Zuneigung und künstlerisches Interesse.

55,7 x 74,6 cm, Ra. 63,8 x 83,5 cm. Aufruf 7000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 12000 €
KatNr. 94 Martha Schrag

094   Martha Schrag "Morgenstimmung". Wohl 1928.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "M. Schrag". Verso auf dem Keilrahmen o. in Schwarz nochmals signiert und ortsbezeichnet "Chemnitz", u. mit einem kleinen Klebeetikett mit ausführlicher Bezeichnung von unbekannter Hand. Die Leinwand verso u.Mi. mit einem größeren Klebeetikett der Kunsthütte Chemnitz "Gewinn der Verlosung 1928".

91 x 68,5 cm, Ra. 102,5 x 81,5 cm. Aufruf 300 €
Zuschlag 1300 €
KatNr. 95 Martha Schrag

095   Martha Schrag "Blick auf eine Gärtnerei". 1947.

Öl auf Malpappe. Signiert u.re. "M. Schrag" und datiert. Verso von der Künstlerin ausführlich bezeichnet und betitelt o.Mi. sowie mit verschiedenen Klebeetiketten o.li. und o.re. In schmaler Holzleiste gerahmt.
Malschicht stellenweise leicht kratzspurig.

58,2 x 75,2 cm, Ra. 67 x 84 cm. Aufruf 500 €
Zuschlag 3400 €
KatNr. 105 Otto Westphal, Karussell im Großen Garten. 1921.
KatNr. 105 Otto Westphal, Karussell im Großen Garten. 1921.

105   Otto Westphal, Karussell im Großen Garten. 1921.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Otto Westphal." und datiert. Verso auf dem Keilrahmen bezeichnet "182. Otto Westphal". In profilierter, goldfarbener Holzleiste mit Eckverzierungen gerahmt.
Malschicht punktuell angeschmutzt; vereinzelt beginnende Krakeleebildung.

Als Schüler Carl Bantzers liegt auch dem malerischen Werk Otto Westphals eine postimpressionistische Auffassung zugrunde, die sich jedoch in einer unaufdringlich nahsichtigen Stimmungsmalerei äußert. Westphals Landschaften und Parkszenen fangen unstilisiert das Gesehene ein; seine technisch sichere Beherrschung des Malerischen rückt ihn in die unmittelbare Nähe von Gotthardt Kuehl und Ferdinand Dorsch.

70,2 x 85,6 cm, Ra. 79,5 x 95 cm. Aufruf 800 €
Zuschlag 2900 €
KatNr. 106 Paul Wilhelm, Der Neumarkt in Dresden. 1926 - 1930.

106   Paul Wilhelm, Der Neumarkt in Dresden. 1926 - 1930.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "P. Wilhelm". Verso schwach lesbar mittig signiert "Paul Wilhelm" sowie mit einem Rundstempel versehen u.li. (nicht aufgelöst). U.li. auf dem Keilrahmen mit einem Klebeetikett "575" versehen.
Malschicht angeschmutzt und krakelierend, in der oberen Bildhälfte stärker. Ebenda vertikal verlaufende Spuren eines Feuchteschadens bzw. Verschmutzung durch eine Flüssigkeit. Zwei Druckstellen mit Krakeleebildung o. Mi. und u.li. (in Höhe der Straßenbahn). Malträger wellig, verso deutlich angeschmutzt. Keilrahmung leicht verzogen.

Stadtlandschaften nehmen zwar im Schaffen Paul Wilhelms keinen vordergründigen Teil des Werks ein, zeugen aber stets von einem starken malerischen und kompositorischen Interesse des Künstlers an den sich aus Dach- und Straßenformationen ergebenden Sichtbeziehungen. Aus der Zeit um 1928 sind zwei Darstellungen des Neumarktes in Dresden mit dem zentralen Bauwerk der Frauenkirche überliefert (Vgl. Schmidt, Werner: Paul Wilhelm zum 100. Geburtstag, Dresden 1986, S. 64, Katalognr. 84). Der hiesige Blick auf den westlichen Teil des Platzes läßt einen erhöhten Standpunkt im Gebäude des Hotels de Saxe vermuten; die freie Sicht auf das Johanneum und das gegenüberliegende Hotel Stadt Berlin (heute Quartier F) bekräftigen diese Annahme.

97,5 x 124,5 cm. Aufruf 8000 €
Zuschlag 8500 €
KatNr. 140 Louis Douzette, Mondscheinlandschaft auf dem Darß. Wohl um 1900.
KatNr. 140 Louis Douzette, Mondscheinlandschaft auf dem Darß. Wohl um 1900.

140   Louis Douzette, Mondscheinlandschaft auf dem Darß. Wohl um 1900.

Gouache und Tempera auf Papier. Signiert u.li. "L. Douzette". Hinter Glas in goldgefaßter Stuckleiste mit Blattprofil gerahmt.
Umlaufend mit einer zarten Graphitumrandung durch Künstlerhand.
Blatt verso deutlicher gebräunt. Malschicht u.re. mit zwei kleinen Farbverlusten aus dem Entstehungsprozeß. Holzrückwand durch einen Trocknungsriß mittig geteilt.

Als der Autodidakt Louis Douzette das erste nach einigen privaten Unterrichtsstunden im Atelier von Hermann Eschke in Berlin entstandene Gemälde - eine Mondscheinlandschaft - erfolgreich verkaufen konnte, sollte dies den Anfang einer lebenslangen Auseinandersetzung mit diesem Sujet markieren. Bereits 1891 war bei Adolf Rosenberg zu lesen: "Wer heute einen wahren echten Douzette haben will, gibt sich ohne Mondschein nicht zufrieden." (zitiert nach Rudolph, Michael: Louis Douzette, 1834-1924. Gemälde, Graphiken. Ausstellungskatalog Kiel, Schloß, Rantzaubau, 15.6.-15.8.1982, S. 11 [FN 25]).
Was hier wie eine vereinfachende Darstellung des durchaus variantenreichen Oeuvres klingen mag, birgt eine in der norddeutschen Malerei des späten 19. Jhs. einzigartige Affinität des Künstlers zu dramatischen Nachtszenen in der Auffassung und indirekten Nachfolge eines Aert van der Neer oder Jacob van Ruisdael aus dem 17. Jh. In souveräner, eigenständiger Hand verband Douzette diese Vorbildhaftigkeit der alten Niederländer mit der durch die Malerei der Schule von Barbizon bekannten Ausdrucksform der "paysage intime" und schuf somit ein ca. 1700 Arbeiten umfassendes, einzigartig stimmungsvolles Bilderwerk mit (größtenteils) Szenen seiner vorpommerschen Heimat.

33,3 x 57,1 cm, Ra. 54,5 x 77,5 cm. Aufruf 1500 €
Zuschlag 3800 €
KatNr. 257 Rembrandt Harmensz. van Rijn, Der Engel verläßt die Familie des Tobias. 1641.

257   Rembrandt Harmensz. van Rijn, Der Engel verläßt die Familie des Tobias. 1641.

Radierung auf Bütten. Späterer Druck des 19. Jahrhunderts. In der Platte u.Mi. signiert "Rembrandt" und datiert. Am unteren Blattrand von fremder Hand in Blei undeutlich bezeichnet, u.li. nummeriert "29.". Blatt fest hinter Glas montiert und gerahmt.
Blatt stärker gebräunt und lichtrandig. Papier an der Plattenkante u.li. mit Einriß.

Pl. 10,4 x 15,2 cm, Bl. 15,2 x 19,6 cm, Ra. 17,4 x 21,2 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 700 €
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364   Wolfgang Mattheuer "Regenschauer". 1974.

Holzschnitt. In Blei signiert "W. Mattheuer" und datiert u.re., nummeriert "6/60" u.li.
Blatt etwas gebräunt und minimal stockfleckig.
WVZ Koch/ Seyde/ Gleisberg 201.

Stk. 29,8 x 35,6 cm, Bl. 39,6 x 50 cm. Aufruf 250 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 650 €
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380   Neo Rauch "Bote". 1993.

Lithographie auf China, auf Bütten aufgewalzt. In Blei signiert "Rauch" u.re. und datiert, betitelt u.Mi., u.li. nummeriert "44/125". Verso u.re. mit dem Stempel des Herausgebers. In der Umschlaginnenseite mit einem Vorwort von Klaus Werner, Leipzig. Erste Jahresgabe des Förderkreises der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst. Im originalen Umschlag.
Sehr frisch erhalten.

Aus den vielen Phrasen und deutungsvollen Worten, die in den vergangenen Jahren über das Werk Neo Rauchs publiziert wurden, tritt eine Beobachtung des Gründers und ersten Leiters der Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig, dem 2010 verstorbenen Kunsthistoriker Klaus Werner, mehr als zutreffend hervor: "Bedeutungen werden vermieden, Aphorismen gewünscht". (zitiert nach: Neo Rauch. Ausstellungskatalog Galerie Alvensleben, München 1993, S. 2).

China ca. 39,7 x 22,2 cm, Bl. 49 x 27,4 cm. Aufruf 1200 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2200 €
KatNr. 382 Gerhard Richter

382   Gerhard Richter "Gerhard Richter. Editionen 1965-1993". 1993.

Offsetdruck. Plakat zur titelgebenden Ausstellung in der Kunsthalle Bremen. In Kugelschreiber signiert "Gerhard Richter" u.Mi. Titelbild: "Hund" von 1965 aus der Serie von acht Siebdrucken. Signiert "G.Richter" u.re. und ausführlich datiert u.li.
Blatt etwas fleckig und angeschmutzt, zwei Einrisse u.Mi. sowie am linken Rand stärker wellig und knickspurig.

83 x 59,2 cm. Aufruf 350 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 700 €
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463   Peter August Böckstiegel "Frühling in Cossebaude". 1920.

Farblithographie in fünf Farben (Rot, Blau, Grün, Gelb und Schwarz), auf "Zanders Johann Wilhelm" - Papier gedruckt. Im Stein u.Mi. monogrammiert "P.A.B." In Blei u.re. signiert "P.A. Böckstiegel", u.li bezeichnet "Org. Steinzeichnung" und "Handdruck", u.Mi. betitelt. Hinter Glas gerahmt.
Das Blatt leicht gegilbt und mit sehr schmalem Lichtrand. Zwei sehr kleine Einrisse am Bildrand u.li. und einer o.re. Der Linke Rand etwas knickspurig. Blatt verso mit den Resten einer vollrandigen Montierung.
WVZ Matuszak 96; WVZ Becker 101.

Abzug außerhalb der Mappenauflage "Bauernleben" von 1920.

Nur für einen kurzen Zeitabschnitt - zu Beginn der zwanziger Jahre - widmete sich Böckstiegel der lithographischen Technik, griff darin aber zugleich jene expressionistischen Züge auf, die ihn mit der "Gruppe 1917" und der "Dresdner Sezession. Gruppe 1919" verbanden. Anders jedoch als eine Vielzahl seiner Künstlerkollegen zog es ihn nicht zu den undurchsichtigen Milieus der Großstadt. Statt dessen suchte er seine Motive auf dem Land und bei den Menschen der eigenen Umgebung, die dessen Arbeiten zu einer persönlicheren Ausdrucksweise verhalfen. Nicht zuletzt die Grafiken der Mappe "Bauernleben" zeugen von jener Verbundenheit mit dem ländlichen Milieu. So beschränkte sich der Künstler in seinen ungewöhnlich großformatigen Ansichten auf eine vereinfachte Strichführung und Reduzierung der Gegenstände auf das Wesentliche, die sich in den kräftigen Farben der Expressionisten spiegeln und welche die schlichten Szenerien in dynamisch-avantgardistische Weltsichten zu verwandeln mögen.

St. 54,3 x 70 cm, Bl. 63,4 x 77,2 cm, Ra. 65 x 79 cm. Aufruf 3500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3600 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

478   Otto Dix, Portrait Roland Hettner. 1962.

Graphitzeichnung auf chamoisfarbenem Büttenkarton, wohl Seite eines Fotoalbums mit linksbündig montiertem Vorsatzpapier. In Graphit signiert u.re. "Otto Dix" und datiert.
Unscheinbar knickspurig.
Wird in den Nachtrag zum WVZ Lorenz unter SW 7.4.19 aufgenommen.

Roland Hettner, der Sohn des Dresdner Akademieprofessors Otto Hermann Hettner und Enkel des Kunsthistorikers Hermann Hettner, war in den Jahren 1931 bis 1933 Schüler von Otto Dix an der Dresdner Kunstakademie. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten und deren Einmischung in den Lehrbetrieb der Akademie wurde er aufgrund seiner politisch deutlich links orientierten Haltung der Hochschule verwiesen. Als Mitglied der Künstlervereinigung ASSO und Sympathisant der kommunistischen Partei blieb er dennoch in Kontakt mit zahlreichen seiner ehemaligen Kommilitonen aus der Dix-Klasse.
Das vorliegende, in expressionistischer Art stilisierende Portrait Roland Hettners zeugt von einer die Jahrzehnte des Krieges und der Emigration überdauernden Bekanntschaft von Schüler und Lehrer.

28,4 x 21,5 cm. Aufruf 1800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2400 €
KatNr. 526 Joachim Heuer, Stilleben mit brauner Gitarre. 1971.

526   Joachim Heuer, Stilleben mit brauner Gitarre. 1971.

Mischtechnik (u.a. Monotypie und Öl) auf Papier. U.re. ligiert monogrammiert "JH" und datiert.
Randbereiche des Blattes stärker angeschmutzt und knickspurig, leicht stockfleckig. Linker Rand mit vertikaler Falz.

Darst. 24,5 x 36 cm, Bl. 36 x 50,5 cm. Aufruf 400 €
Zuschlag 900 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

598   Wilhelm Müller, Ohne Titel. 1965.

Gouache auf rotem Velourspapier. Signiert mit dem Künstlersignet u.re., ebenda datiert "26.8.65". Von Künstlerhand auf Untersatzpapier montiert, im Passepartout.
An den oberen Ecken mit leichten Knickspuren; rechter Rand technikbedingt minimal wellig. Reißzwecklöchlein.

48,8 x 32 cm. Aufruf 800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 1500 €
KatNr. 607 Emil Nolde

607   Emil Nolde "Ringelreihe". 1908.

Radierung. U.re. in Blei signiert "Emil Nolde.", betitelt u.Mi. Eines von 35 Exemplaren des III. Zustands. Im Passepartout.
Das Blatt lichtrandig und leicht gegilbt, in den Randbereichen knick- und fingerspurig sowie mit kleineren Läsionen. Kleiner Stockfleck u.li.
WVZ Schiefler 104 III (von III).

Die Jahre zwischen 1907 und 1910 waren ein bewegter, von zahlreichen Reisen und Ortswechseln geprägter Lebensabschnitt Noldes. Seine kränkelnde Frau Ada sah sich vielfältigen Kuren und Heilbehandlungen unterzogen, die sie u.a. auch in das Lahmannsche Sanatorium auf dem Weißen Hirsch in Dresden führte. Dort besuchte sie Emil Nolde auch in den Monaten April und Mai der Jahre 1908 und 1909, bevor er die Sommermonate wiederholt in Alsen verbrachte. Das Motiv des Kinderreigens wird in diesen zwei Jahren von Nolde viermal in Gemälden aufgegriffen, wovon zwei Werke jeweils auf eine vorangegangene grafische Arbeit rekurrieren. So läßt sich auch das hier vorliegende Blatt zweifelsfrei als motivische und kompositorische Anregung zum 1909 entstandenen und ein Jahr später bei Commeter in Hamburg erstmals ausgestellten Gemälde "Ringelreihe" (WVZ Urban 312) erkennen.

Pl. 21,9 x 26,4 cm, Bl. 63,3 x 48,4 cm. Aufruf 5000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 8000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

635   Günter Schmitz "Pieschener Hafen im Winter". 1986.

Aquarell. U.re. ligiert monogrammiert "GS" und datiert. Hinter Glas in der originalen Künstlerrahmung gerahmt. Rückwand mit dem Adreßstempel des Künstlers versehen und handschriftlich betitelt.
Blatt minimal angeschmutzt.

22,5 x 31 cm, Ra. 35,5 x 45 cm. Aufruf 250 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 750 €
KatNr. 643 Max Schwimmer

643   Max Schwimmer "Europa". 1940.

Bleistiftzeichnung. U.re. signiert "Max Schwimmer" und datiert.
Blatt an den oberen Ecken auf Untersatzpapier montiert, die unteren Ecken mit den Resten einer alten Montierung. Blatt etwas gebräunt, re. Rand mit einem länglichen Bräunungsstreifen. Unterer Rand mit einer Knickspur.

Bl. 21 x 29,6 cm, Untersatzpapier 30 x 40 cm. Aufruf 220 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 480 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

670   Werner Tübke "Mittag bei Palermo". 1987.

Lithographie auf "Hahnemühle"-Bütten. Im Stein spiegelverkehrt signiert "Tübke" und ausführlich datiert u.re. In Blei signiert u.re. und nummeriert "18/66" u.li. (Auflage abweichend zur WVZ-Angabe). Verso in Blei von fremder Hand bezeichnet u.li.
WVZ Tübke 162, L 5/87.

St. 30 x 42,5 cm, Bl.39,6 x 53,5 cm. Aufruf 320 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 700 €
KatNr. 734 Rudolph Hölbe
KatNr. 734 Rudolph Hölbe
KatNr. 734 Rudolph Hölbe

734   Rudolph Hölbe "Sirene". Um 1887/ 1888.

Bronze, gegossen, schwarzbraun patiniert. Auf der naturalistischen Plinthe signiert "Rud. Hölbe. Dresden". Rückseitig an der Außenkante der Plinthe mit dem Gießereistempel "Guss A. Milde & Co. Dresden.". An der Unterseite Reste älterer Klebe- Etiketten.
Figur mit Plinthe auf einem eine Säulenbasis imitierenden Sockel aus rotem Marmor mit verdeckter Rotation.
Am ausgestreckten Arm unscheinbar punktuell angeschmutzt ; minimale Bestoßung am linken Oberschenkel. Kleiner, punktueller Abrieb der Patina am linken Schlüsselbein. Weiße Anschmutzung am Innenknöchel des linken Fußes. Vereinzelt minimaler biogener Befall. Marmorsockel mit unscheinbaren Altersspuren.

Als einer der treuesten Schüler des Akademieprofessors Johannes Schilling arbeitete R. Hölbe 12 Jahre im Atelier seines Lehres, bevor er sich 1883 als freischaffender Künstler in Dresden niederließ. Nach fünf Jahren ist erstmals die Beteiligung an nationalen Ausstellungen außerhalb seiner Heimatstadt nachweisbar, sein erstes ausgestelltes eigenständiges Werk ist die "Sirene", gezeigt 1888 auf der III. Internationalen Kunstausstellung in München und im selben Jahr auf der Berliner Jubiläumsausstellung. Daß die Ausstellungsbeteiligung mit dieser Skulptur für den Bildhauer erfolgreich verlief, zeigt eine Besprechung in „Kunst für Alle“ des Jahres 1887/1888, worin es heißt, daß „(...) dessen (Hölbes) kühn aufgefasste Sirene sich auf der Berliner Jubiläumsausstellung viel Beifall errang (...)“. Vgl. Die Kunst für Alle, 3, (1887/1888), Heft 2, S. 29 und Illustrierter Katalog der III. Internationalen Kunstausstellung München 1888. München, 1888. S. 186, Kat. Nr. 2878 (Saal 13).

In expressiver Mimik und raumgreifender Gestik schildert Hölbe die verführerische und gleichsam bedrohliche Macht des Fabelwesens. Mit klauenhaften Füßen posiert die Verführerin über den verwesenden Resten ihrer Opfer, in der Linken die aus einer Muschel geformten Leier zur Begleitung ihres Gesangs, die Rechte schon gierig ausgreifend nach vorn gestreckt. Die Flügel werden vom Wind gebläht, der Körper neigt sich dem nächsten Opfer entgegen - der Betrachter spürt den anstehenden siegreichen Sprung und verharrt doch gebannt und fasziniert vor dieser klanglosen Sirene.
Hölbe zeigt die erstmalig bei Homer erwähnte mythologische Figur als, wie in der Odyssee beschrieben, unheilbringendes Mischwesen aus Frau und Vogel. Nach der homerischen Dichtung lebten die zwei Sirenen (in weiteren Überlieferungen veränderte sich deren Anzahl bishin zu acht) auf einer einsamen Insel zwischen dem Eiland der Kirke und den Felsen Skylla und Charybdis im Mittelmeer. Ihr betörender Gesang und die Gabe, alles auf Erden Geschehende berichten zu können, zogen die Seefahrer in ihren Bann und damit ins Verderben. Allein das Schiff der Argonauten um Jason als auch Odysseus und seine Gefährten vermochten es, dem Gesang der Sirenen zu entkommen.

H. 58 cm, mit Sockel 71 cm, T. 55 cm. Aufruf 3000 €
Zuschlag 10000 €
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Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,0%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

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