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AUKTION 32 Bildende Kunst des 17.-21. Jahrhundert
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Gemälde 17.-19. Jh.

001 - 021

022 - 034


Gemälde 20.-21. Jh.

040 - 060

061 - 080

081 - 100

101 - 120

121 - 133


Grafik vor 1900 - Farbteil

140 - 163


Grafik vor 1900

170 - 180

181 - 200

201 - 220


Grafik 20.-21. Jh.

230 - 240

241 - 260

261 - 280

281 - 300

301 - 320

321 - 340

341 - 360

361 - 380

381 - 395


Fotografie

400 - 414


Grafik 20. Jh. - Farbteil

420 - 440

441 - 460

461 - 480

481 - 500

501 - 520

521 - 540

541 - 560

561 - 580

581 - 600

601 - 620

621 - 640

641 - 660

661 - 674


Skulpturen

680 - 697


Porzellan / Keramik

705 - 720

721 - 740

741 - 747


Glas

748 - 754


Schmuck

760 - 780

781 - 794


Silber

800 - 820

821 - 836


Miscellaneen

840 - 862


Lampen

863 - 871


Rahmen

880 - 888


Mobiliar / Einrichtung

889 - 898


Teppiche

899 - 915




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KatNr. 1 Giovanni  Evangelista Martinotti (auch Martinetti) (zugeschr.), Heimkehr bei Gewitter. Wohl 2. H. 17. Jh.
KatNr. 1 Giovanni  Evangelista Martinotti (auch Martinetti) (zugeschr.), Heimkehr bei Gewitter. Wohl 2. H. 17. Jh.
KatNr. 1 Giovanni  Evangelista Martinotti (auch Martinetti) (zugeschr.), Heimkehr bei Gewitter. Wohl 2. H. 17. Jh.
KatNr. 1 Giovanni  Evangelista Martinotti (auch Martinetti) (zugeschr.), Heimkehr bei Gewitter. Wohl 2. H. 17. Jh.

001   Giovanni Evangelista Martinotti (auch Martinetti) (zugeschr.), Heimkehr bei Gewitter. Wohl 2. H. 17. Jh.

Öl auf Leinwand. Monogrammiert u.re. "G.E.M.". In goldgefaßter Profilleiste mit geometrischem Muster gerahmt.
Malschicht mit leichtem Krakelee, leichte Kratz- bzw. Farbspur Mi.re. (ca. 20 mm), unscheinbarer Kratzer u.re. (ca. 21 mm). Vereinzelt minimale Watterückstände. Mi.re. in der Felsformation und Mi.li. in der Wiese mit einzelnem Baum unscheinbare Retuschen, beide verso hinterlegt. Milchiger Firniß. In den Ecken Fixierlöchlein.

43,7 x 82 cm, Ra. 56 x 95 cm. NETTO 2.900 €
* Regelbest. 7% MwSt.  (  BRUTTO 3103 € )
  KÜNSTLER
KatNr. 2 Jacopo Bassano (Kopie nach)
KatNr. 2 Jacopo Bassano (Kopie nach)
KatNr. 2 Jacopo Bassano (Kopie nach)

002   Jacopo Bassano (Kopie nach) "Christus im Haus von Maria, Marta und Lazarus". Wohl 18. Jh.

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf der Rahmung mit einem handschriftlich bezeichneten Klebeetikett "4864." versehen. In goldgefaßter Schmuckleiste gerahmt.
Leinwand doubliert. Malschicht mit feinem Krakelee und partiell angeschmutzt. Vereinzelt kleinflächige Firnisverfärbung. Drei kleinere Farbabplatzungen über Druckstellen in der Bildmitte; ebenda eine deutlichere Kratzspur (ca. 6 cm). Partiell wohl ältere Retuschen verschiedenen Ausmaßes, vor allem in dunkleren Partien. In der linken Bildhälfte leichte Flüssigkeitsspuren. Malträger mit leichten Ausdellungen im Bereich der Spannrahmung.

In dem dieser Kopie zugrunde liegenden Gemeinschaftswerk von Jacopo Bassano und seinem Sohn Francesco wird die biblische Szene des Besuches Jesu Christi im Haus von Lazarus durch die genrehafte Inszenierung in einen beinah alltäglichen Kontext gerückt. Lazarus selbst zeigt wenig Interesse an seinem Gast und widmet sich den laufenden Vorbereitungen zum Mahl, während seine zwei Schwestern den Eintretenden empfangen. Die scheinbare Banalisierung des religiösen Themas ist charakteristisch für das Werk Jacopo Bassanos, der, in Venedig ausgebildet, sich in seiner namensgebenden Geburtsstadt niederließ und dort eine Künstlerdynastie über mehrere Generationen aufbaute. Die Einbindung von architektonischen Elementen und die Öffnung des Raumes in die dahinterliegende Landschaft lassen sich als immer wiederkehrendes Element seiner Malerei ebenso erkennen wie die meist additiv zusammengefügten und in verschiedenen Kompositionen neu arrangierten Figuren. Die seitenverkehrte Darstellung dieser Kopie gegenüber dem Original spricht für eine spätere Ausführung nach einem Stich dieses Motivs. Auch die Ungenauigkeiten in den im Hintergund befindlichen Details und die abweichende Farbwahl unterstreichen diese Annahme. Das Original aus den Jahren 1576-77 befindet sich heute in der Sarah Campbell Blaffer Foundation in Houston, Texas.

Literatur:
Brown, Beverly Louise / Marini, Paola: Jacopo Bassano (c 1510-1592). Ausstellungskatalog Bassano del Grappa, Fort Worth (Texas, USA), Nuova Alfa Editoriale 1992, S. 164/165 mit Abb.

29,5 x 51,5 cm, Ra. 45 x 66 cm. 3.500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann

003   Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann "Wehlen nebst dem alten Schloß zwischen Pirna und Königstein". 1753.

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso nach Restaurierung von unbekannter Hand nach der Originalbeschriftung bezeichnet "malet af Dietrici et Grundemann" (dänische Bezeichnung für "gemalt von"), datiert und betitelt; ebenso auf der Spannrahmung. In hochwertiger Modelleiste gerahmt.
Leinwand wachsdoubliert, Originalbezeichnung übertragen. Neuer Spannrahmen. Malschicht gesamtflächig mit feinem Krakelee, konservatorisch gesichert. Zahlreiche punktuelle Retuschen in den Bereichen des Himmels, des Wassers und der Hügel, in der linken Darstellungshälfte vereinzelt auch größere Retuschen. Kleine Ergänzungen mittig und links am unteren Rand. Gesamtzustand deutlich von restauratorischen Eingriffen geprägt.

Bei dieser Gemeinschaftsarbeit von Dietricy und dessen Schüler Grundmann handelt es sich wohl um die motivische Vorlage für einen aus der Hand Grundmanns stammenden Kupferstich mit der Ansicht der Stadt Wehlen und der darüberliegenden Festungsanlage aus dem Jahr 1755. Die Wiederholung eines malerisch oder grafisch entwickelten Themas im gegensätzlichen Medium ist eine im Schaffen Dietricys mehrfach zu beobachtende Vorgehensweise, wobei nicht zwangsläufig ein malerisches Vorbild zugrundeliegen liegen muß.
(Vgl. hierzu: Rupp, Muriel Faye / Kittel, Marco: Gemalt und radiert. Das Verhältnis zwischen Druckgrafik und Malerei bei C.W.E. Dietrich; In: Brakensiek, Stephan / Granados, Mayarí: Nahe den Alten Meistern. Radierungen von C.W.E. Dietrich (1712-1774), Lemgo/Trier 2010, S. 127-147.).

Wir danken Frau Dr. Anke Fröhlich, Dresden, für freundliche Hinweise.

59,2 x 66,5 cm, Ra. 69,5 x 77,5 cm. 4.500 €
Zuschlag 3800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 4 Simon Vouet (Kopie nach), Venus und Mars mit Amoretten. Wohl 1. H. 18. Jh.
KatNr. 4 Simon Vouet (Kopie nach), Venus und Mars mit Amoretten. Wohl 1. H. 18. Jh.
KatNr. 4 Simon Vouet (Kopie nach), Venus und Mars mit Amoretten. Wohl 1. H. 18. Jh.
KatNr. 4 Simon Vouet (Kopie nach), Venus und Mars mit Amoretten. Wohl 1. H. 18. Jh.

004   Simon Vouet (Kopie nach), Venus und Mars mit Amoretten. Wohl 1. H. 18. Jh.

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf dem Keilrahmen von unbekannter Hand in Blei bezeichnet "Simon Vouet". In profilierter Holzleiste mit zentralem Metalletikett "Simon Vouet".
Randdoubliert, Keilrahmen erneuert. Malschicht gesamtflächig mit feinem Krakelee, im Gewand des Mars' stärker. Wenige kleine, unscheinbare Retuschen, vor allem in der Figur der Venus sowie am untere Rand.

Das diesem Gemälde zugrunde liegende Werk von Simon Vouet ist nur noch in einem Stich von Michel Dorigny aus dem Jahr 1638 überliefert, der bereits im 17. Jahrhundert starke Verbreitung fand. So wundert es nicht, daß sich Johann Melchior Otto bei der Gestaltung der Deckenfresken für Saal 24 von Schloß Eggenberg bei Graz kompositorisch stark dem Vorbild von Vouet annäherte.
Wie die Detailtreue in der Ausführung belegt, kann auch bei dem hier zur Auktion gebrachten Werk davon ausgegangen werden, daß es nach dem Stich von Dorigny gearbeitet wurde. Allein die Physiognomien der beiden Protagonisten weichen vom Vorbild ab, was evtl. einen Hinweis auf den Auftraggeber oder die Auftragssituation liefern könnte. Da der Stich nur unkoloriert in Umlauf gebracht wurde, ist J.M. Otto die erste farbliche Ausführung dieses Motivs zuzuschreiben. Ein Vergleich zwischen dem Kolorit des Deckenfreskos in Schloß Eggenberg und des hier angebotenen Werks zeigt, daß durchaus Parallelen existieren: das Tuch der Venus in hellem Blau, der wehende Umhang des Mars in Zinnoberrot, das Gewand in güldenem Gelb, das Laken Reinweiß. Es kann vermutet werden, daß der Autor dieser Ausführung des vouetschen Motivs die Deckengemälde bei Graz kannte und durch sie auf das Vorbild des Franzosen hingewiesen wurde.

64 x 81 cm, Ra. 73,5 x 90,5 cm. 3.000 €
Zuschlag 1800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 5 Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.
KatNr. 5 Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.

005   Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.

Öl auf dünner Malpappe. Unsigniert. Verso undeutlich von unbekannter Hand bezeichnet. In einer ebonisierten Profilleiste gerahmt.
Malschicht im Bereich des Himmels kaum sichtbar kratzspurig, Mi. und Mi.li. je eine unscheinbare Verschmutzungslinie. Vereinzelt minimal frühschwundrissig. Im rechten Randbereich mit minimaler Firnisverfärbung.
Malträger in den Ecken sowie an den Rändern mit jeweils einem kleinen Fixierlöchlein versehen. Malträger leicht wellig, die Kanten ungerade geschnitten. Verso mit Resten einer älteren Montierung.
Wohl WVZ Prause 287 (dort betitelt als "Ruine in Pillnitz über den Weinbergen").

Eine ausführliche Expertise von Prof. Dr. H. J. Neidhardt, Dresden, vom 20. April 2012 liegt vor.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, Patentochter der Margarete Schwerdtner; vormals im Besitz der Margarete Schwerdtner, Pflegetochter der Caroline Cäcilie Carus.

Als königlicher Leibarzt sah sich Carus verpflichtet, stets in unmittelbarer Nähe der sächsischen Königsfamilie zu residieren, weshalb ihn mehrere Sommeraufenthalte nach Pillnitz bei Dresden führten, wo er ab 1832 ein Landhaus besaß. Unweit von diesem an den Pillnitzer Schloßpark grenzenden stimmungsvollen Anwesen erhebt sich gen Nordosten der in die Elbhänge eingebettete Borsberg mit dem etwas kleineren davorliegenden Schloßberg, welcher seit 1785 eine künstliche Ruine in der Ausführung von Johann Daniel Schade trägt. Dieses streng nach den Ausführungen des Gartentheoretikers Christian Cay Lorenz Hirschfeld angelegte künstlich gealterte Bauwerk gehört zu einem im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August III. errichteten Gebäudekomplex, der sich weitläufig über den Friedrichsgrund erstreckt und als häufig aufgesuchtes Ziel großer Beliebtheit bei der sächsischen Königsfamilie erfreute.
Um die in dieser Ölstudie festgehaltene Sicht auf die Ruine und die sich weit im Hintergrund erstreckenden Felsen der Sächsischen Schweiz erlangen zu können, mußte sich Carus an dem Hang des vis-à-vis gelegenen Hausbergs positionieren. Ganz der malerischen Auffassung der Dresdner Romantik verhaftet, widmet sich Carus in dieser stimmungsvollen Szene mit akribischer Sorgfalt der Darstellung atmosphärischer Dichte und "der farbigen Erscheinung des bewölkten Himmels […], die ihn lebenslang besonders interessiert hat." (aus: Expertise Prof. Neidhardt).

Literatur:
Prause, Marianne: Carl Gustav Carus, Leben und Werk. Berlin 1968, S. 148/149. Nr. 287.
Gosch, Andreas: Die Künstliche Ruine oberhalb des Friedrichsgrunds in Pillnitz von Johann Daniel Schade, In: Kunstgeschichten Dresden Blog (http://blog.k-dd.de/2009/10/die-kunstliche-ruine-oberhalb-des-friedrichsgrunds-in-pillnitz-von-johann-daniel-schade/)

weiterführend:
Von Sydow, Eckart: Carl Gustav Carus und das Naturbewußtsein der romantischen deutschen Malerei, In: Monatshefte für Kunstwissenschaft, Leipzig 1922, 15. Jg., S. 30-38.
Carl Gustav Carus – Wahrnehmung und Konstruktion. Akten zum interdisziplinären Kolloquium 21. bis 23. Mai 2008 im Residenzschloß, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2009.

13,7 x 19,5 cm, Ra. 18,2 x 23,7 cm. 24.000 €
Zuschlag 24000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.

006   Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.

Öl auf dünner Malpappe, nachträglich vollflächig auf Bütten montiert und minimal geschnitten. Unsigniert. Verso auf der Rückwand von unbekannter Hand bezeichnet. In schmaler Holzleiste gerahmt.
Malschicht mit leichter, kleiner Kratzspur o.li. (ca. 9 mm), im Himmel kaum sichtbar kratzspurig. Im Streiflicht vereinzelt Spuren der Pinselführung des Firnisauftrag erkennbar. Im Falzbereich mit unscheinbaren Firnisverfärbungen. Malträger leicht verwölbt.
Nicht im WVZ Prause.

Eine ausführliche Expertise von Prof. Dr. H. J. Neidhardt, Dresden, vom 20. April 2012 liegt vor.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, Patentochter der Margarete Schwerdtner; vormals im Besitz der Margarete Schwerdtner, Pflegetochter der Caroline Cäcilie Carus.

In den Sommermonaten Mai bis August des Jahres 1844 bereiste Carl Gustav Carus als Begleiter des sächsischen Königs Friedrich August II. weite Teile Englands und Schottlands - eine an Eindrücken und Beobachtungen überreiche Exkursion, die ihren adäquaten literarischen Niederschlag in den 1845 publizierten Reisetagebüchern "England und Schottland im Jahre 1844" gefunden hat. Dank dieser äußerst präzisen Aufzeichnungen der Reiseereignisse läßt sich ein genaues Entstehungsdatum für das hier vorgestellte Seestück ausmachen: der 1. Juni 1844, zwischen zehn und elf Uhr vormittags. Im Eintrag unter diesem Datum liest man, daß morgens um sechs das seit dem Hafen von Portsmouth zur Verfügung stehende Segelschiff "Fanny" bestiegen wurde, um nach einer ausführlichen Umrundung der Isle of Wight gen Southampton zu steuern, wo man um halb drei Uhr anlegte. Die bizarre Felsformation der "Needles" wurde nach etwa der halben Fahrt vor der Mittagszeit erreicht; Carus' Zeilen fassen den Anblick in äußerst schilderungsreichen Worten zusammen: "Wirklich war indeß fürs erste der Wind vollkommen günstig, und man setzte alle Segel bei, um noch, bevor man nach Southampton kehrte, die Westspitze von Wight mit den merkwürdigen Kreidefelsen der Needles zu erreichen. Die Fahrt war sehr schön, die Küste von Wight streckte sich in manchen Schwellungen lang hin und das Meer gab die herrlichsten Effecte. […] Jetzt erschienen nun die Needles - drei hohe in einer Linie hinaus ins Meer gelagerte Kreidefelsen, schön von den noch schief auffallenden Strahlen der Morgensonne beleuchtet, umflogen und bedeckt von Möven und Tauchern, umbrandet von dem grünlichen Meere. - Der Anblick war prächtig; der bräunliche und grünliche Beschlag um den Fuß der Klippen, der Glanz der scharfen Kanten und Zacken der Kreide, der duftige Schimmer der hohen Kreidewände der Insel selbst, das lockere, sein auf dem Horizonte schwebende Gewölk, und die stets wechselnden Gruppen und Bilder, welche bei jedem Vorwärtsdringen, Schwenken und Schwanken unsrer Fanny entstanden und verschwanden; ich werde es nie vergessen! Wir fuhren noch über die Klippen hinaus, so daß wir auch ihre westliche Ansicht gewannen, und die weite offene See vor uns lag, …" Die hier zur Auktion gebrachte kleine Studie beschreibt mit malerischen Mitteln genau diese Beobachtungen, findet sich in ihr eben jene Stimmung einfühlsam wiedergegeben. "Die genau beobachtete Schilderung von Felsen, bewegter See und Atmosphäre zeugt von dem innigen Naturverhältnis des Künstlers. Sie hat weniger mit Romantik als mit Impressionismus zu tun und ist somit durchaus auf der Höhe der Zeit." (aus: Expertise Prof. Neidhardt).

Literatur:
Carus, Carl Gustav: England und Schottland im Jahre 1844, Band 1, Berlin 1845, S. 108ff.
Von Sydow, Eckart: Carl Gustav Carus und das Naturbewußtsein der romantischen deutschen Malerei, In: Monatshefte für Kunstwissenschaft, Leipzig 1922, 15. Jg., S. 30-38.

weiterführend:
Carl Gustav Carus – Wahrnehmung und Konstruktion. Akten zum interdisziplinären Kolloquium 21. bis 23. Mai 2008 im Residenzschloß, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2009
Prause, Marianne: Carl Gustav Carus, Leben und Werk. Berlin 1968, S. 148/149. Nr. 287.

Abbildungsnachweis für C.G. Carus, England und Schottland im Jahre 1844: SLUB Dresden / Hist.Brit.A.279-1, S. 108ff.

12,3 x 19 cm, Ra. 14,3 x 21 cm. 15.000 €
Zuschlag 42000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 7 Georg Burmester

007   Georg Burmester "Felsgestade". 1892.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Georg Burmester" und datiert. Verso auf dem Keilrahmen o.re. nochmals in Blaugrün signiert "Burmester" und mittig undeutlich bezeichnet; links davon von unbekannter Hand unlesbar in Blei bezeichnet. Auf der Mittelstrebe der Keilrahmung mit einem Klebeetikett "Aus dem Depot des Thaulow-Museums Februar 1924.", links davon das Fragment eines weiteren Etiketts.
Malschicht leicht angeschmutzt und partiell krakelierend bzw. frühschwundrissig. Vereinzelt minimale bis kleinere Farbausbrüche, ein deutlicherer u.li. Zwei größere Retuschen Mi.li., verso hinterlegt; stellenweise kleinere sichtbare Retuschen, vor allem im Himmel.
Malträger an den Außenrändern mit zahlreichen Ausdünnungen und Einrissen.
WVZ Behrens 54.

Die norwegische Küste inspirierte Burmester zu diesem großformatigen Bild, das er im September 1892 beendete. Es ist im Anschluss im Kieler Kunstverein ausgestellt gewesen und später als Geschenk an den Verein der Künstler und Kunstfreunde Kiel übergeben worden.

Wir danken Frau Dr. Sabine Behrens, Heikendorf, für freundliche Hinweise.

95,5 x 150,5 cm. 2.200 €
  KÜNSTLER
KatNr. 8 Theodor Genenger, Fischer im Mondschein vor einer Windmühle. Um 1860.
KatNr. 8 Theodor Genenger, Fischer im Mondschein vor einer Windmühle. Um 1860.

008   Theodor Genenger, Fischer im Mondschein vor einer Windmühle. Um 1860.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Th. Genenger". In goldgefaßter Hohlkehlenleiste mit Blattfries gerahmt.
Malschicht gesamtflächig mit feiner Krakeleebildung; punktuell leicht angeschmutzt. Im Falzbereich mit fachgerechten Retuschen.

55 x 81,5 cm, Ra. 79,5 x 106 cm. 1.200 €
Zuschlag 800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 10 Carl Heyn
KatNr. 10 Carl Heyn

010   Carl Heyn "Alm an der Kampenwand mit Blick auf den Chiemsee". 2. H. 19. Jh.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Carl Heyn". Verso auf einem Klebeetikett u.re. betitelt und bezeichnet; o.li. ein Etikett von unbekannter Hand. In goldgefaßter Profilleiste gerahmt.
Malschicht mit leichtem Krakelee und Frühschwundrissen. Partiell Firnisverfärbungen. Minimale orangene Farbfleckchen am Horizont Mi. Kleinere Retuschen im Bereich des Himmels und im Vordergrund, zwei unscheinbare größere Mi.li. und am rechten Bildrand. Leichte Bildträgerverwerfungen in den Ecken. Verso verleimt.

68 x 97,5 cm, Ra. 78,5 x 108,5 cm. 1.050 €
  KÜNSTLER
KatNr. 11 Franz Gustav Hochmann

011   Franz Gustav Hochmann "Schaafherde". 1892.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Frz. Hochmann" und datiert. Verso auf der Mittelstrebe der Keilrahmung mit dem Klebeetikett der Großen Berliner Kunst-Ausstellung 1893, hier ausführlich bezeichnet und betitelt "Schaafheerde" sowie mit einem Etikett des Sächsischen Kunstvereins zu Dresden (nummeriert "121"). In profilierter Holzleiste gerahmt.
Malschicht in den helleren Partien mit feinem Krakelee. Der Himmel gesamtflächig restauratorisch übergangen, ebenso große Teile der linken Partie des Wegs, des Schatten des Bauern und dessen Umfelds. Kleinere Retuschen im Umkreis der Signatur.

Diese motivisch stark gefragte und auf zwei umfassenden Ausstellungen dem Publikum vorgestellte Arbeit entstand während eines der zahlreichen Ahrenshoop-Aufenthalte, die Hochmann seit 1889/1890 regelmäßig unternahm. Es ist der Weg zwischen Barnsdorf und Ahrenshoop, der hier im Sommerlicht ganz im Sinne der Brendelschen Freilichtmalerei äußerst stimmungsvoll wiedergegeben ist.

85 x 127 cm, Ra. 98 x 141,5 cm. 3.500 €
Zuschlag 2400 €
  KÜNSTLER
KatNr. 12 Wilhelm August Krause, Segler und Ruderboot im aufziehenden Sturm. 1856.

012   Wilhelm August Krause, Segler und Ruderboot im aufziehenden Sturm. 1856.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "W. Krause P.", datiert und ortsbezeichnet "Berlin". In ebonisierter Profilleiste gerahmt.
Malschicht gesamtflächig krakelierend und im unteren Bereich mit leichten Farbschichtstauchungen. Kleine Farbabplatzung o.li. Einige, teils größere, Retuschen im Himmel und in den Wogen, vereinzelt kleinere. Malträger verso an drei Stellen hinterlegt. Malträger an den Ecken und Rändern mit leichten Verlusten.

In ihrer Dramatik und szenischen Komposition erinnern die in ihrer Zeit sehr gefragten Seestücke Krauses an die Werke des Düsseldorfers Andreas Achenbach, wobei das ihnen anhaftende subtile Kolorit die Dresdner Prägung verrät.

68 x 97 cm, Ra. 82,5 x 110,5 cm. 3.000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz

013   Franz Wilhelm Leuteritz "Jagdschloß Moritzburg bei Dresden". 1882.

Öl auf Leinwand. Signiert u.li. "Fz. Leuteritz" und datiert. In schmuckvollem Rahmen mit Perlstab, Akanthusfries und Eckoculi gerahmt.
Leinwand wachsdoubliert. Malschicht mit feinem Krakelee und fachgerechten Retuschen über ehemaligen Verletzungen des Malträgers.
WVZ Schütz 57.

Auch wenn die Malerei des Autodidakten F.W. Leuteritz frei von jeglicher akademischer Prägung ist und eine sehr unmittelbare Handschrift trägt, so bezaubern seine Werke doch stets durch den ihnen eigenen, wohlmeinenden, spätbiedermeierlichen Charakter und einer nahsichtigen Liebe zum Detail. Die durch ihre einzigartige landschaftliche Einbettung berühmte Anlage des Jagdschlosses Moritzburg bei Dresden wurde von Leuteritz mehrfach motivisch wiederholt. Anders als bei den meisten Ansichten dieses Ensembles aus Südwesten wählte der Maler hier jedoch einen Standort in südöstlicher Richtung, der den Blick durch torbogenartige Baumkronen auf das sich im Großteich reflektierende Schloß freigibt.

54 x 68 cm, Ra. 73 x 87,5 cm. 4.600 €
  KÜNSTLER
KatNr. 20 Carl Wilhelm Müller (zugeschr.), Kleine Waldstudie. 1880.

020   Carl Wilhelm Müller (zugeschr.), Kleine Waldstudie. 1880.

Öl auf Leinwand, auf Malpappe aufgezogen. Unsigniert. Wohl von Künstlerhand in Blei datiert u.li. In einer Berliner Leiste gerahmt.
Malschicht mit stärkerem Krakelee. Die Ecken des Malträgers mit kleinen Reißzwecklöchlein und partiellen Farbverlusten. Rahmen etwas berieben, partiell rissig.

20,7x 13,6 cm, Ra. 27 x 20 cm. 480 €
  KÜNSTLER
KatNr. 21 Heinrich Eduard Müller, Alpenhof mit Gebirgsbach. Um 1850.
KatNr. 21 Heinrich Eduard Müller, Alpenhof mit Gebirgsbach. Um 1850.

021   Heinrich Eduard Müller, Alpenhof mit Gebirgsbach. Um 1850.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "H. Müller". In goldfarbenem Schmuckrahmen mit Eck- und Mittelrocaillen gerahmt.
Linker Rand doubliert. Malschicht in den helleren Partien mit feinem Strukturkrakelee; o.li. stärker und mit der Tendenz zur Schollenbildung. Ecke u.li. nach Malschichtverlust stabilisiert und retuschiert; Spuren des Ausbruchs noch sichtbar. Verso an mehreren kleinen Stellen gekittet und an zwei größeren hinterlegt, recto retuschiert. Im Falzbereich und an den Außenkanten mit Malträgerschäden.

68,5 x 105,5 cm, Ra. 91 x 128 cm. 450 €
Zuschlag 400 €
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