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AUKTION 32 Bildende Kunst des 17.-21. Jahrhundert
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KatNr. 5 Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.
KatNr. 5 Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.

005   Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.

Öl auf dünner Malpappe. Unsigniert. Verso undeutlich von unbekannter Hand bezeichnet. In einer ebonisierten Profilleiste gerahmt.
Malschicht im Bereich des Himmels kaum sichtbar kratzspurig, Mi. und Mi.li. je eine unscheinbare Verschmutzungslinie. Vereinzelt minimal frühschwundrissig. Im rechten Randbereich mit minimaler Firnisverfärbung.
Malträger in den Ecken sowie an den Rändern mit jeweils einem kleinen Fixierlöchlein versehen. Malträger leicht wellig, die Kanten ungerade geschnitten. Verso mit Resten einer älteren Montierung.
Wohl WVZ Prause 287 (dort betitelt als "Ruine in Pillnitz über den Weinbergen").

Eine ausführliche Expertise von Prof. Dr. H. J. Neidhardt, Dresden, vom 20. April 2012 liegt vor.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, Patentochter der Margarete Schwerdtner; vormals im Besitz der Margarete Schwerdtner, Pflegetochter der Caroline Cäcilie Carus.

Als königlicher Leibarzt sah sich Carus verpflichtet, stets in unmittelbarer Nähe der sächsischen Königsfamilie zu residieren, weshalb ihn mehrere Sommeraufenthalte nach Pillnitz bei Dresden führten, wo er ab 1832 ein Landhaus besaß. Unweit von diesem an den Pillnitzer Schloßpark grenzenden stimmungsvollen Anwesen erhebt sich gen Nordosten der in die Elbhänge eingebettete Borsberg mit dem etwas kleineren davorliegenden Schloßberg, welcher seit 1785 eine künstliche Ruine in der Ausführung von Johann Daniel Schade trägt. Dieses streng nach den Ausführungen des Gartentheoretikers Christian Cay Lorenz Hirschfeld angelegte künstlich gealterte Bauwerk gehört zu einem im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August III. errichteten Gebäudekomplex, der sich weitläufig über den Friedrichsgrund erstreckt und als häufig aufgesuchtes Ziel großer Beliebtheit bei der sächsischen Königsfamilie erfreute.
Um die in dieser Ölstudie festgehaltene Sicht auf die Ruine und die sich weit im Hintergrund erstreckenden Felsen der Sächsischen Schweiz erlangen zu können, mußte sich Carus an dem Hang des vis-à-vis gelegenen Hausbergs positionieren. Ganz der malerischen Auffassung der Dresdner Romantik verhaftet, widmet sich Carus in dieser stimmungsvollen Szene mit akribischer Sorgfalt der Darstellung atmosphärischer Dichte und "der farbigen Erscheinung des bewölkten Himmels […], die ihn lebenslang besonders interessiert hat." (aus: Expertise Prof. Neidhardt).

Literatur:
Prause, Marianne: Carl Gustav Carus, Leben und Werk. Berlin 1968, S. 148/149. Nr. 287.
Gosch, Andreas: Die Künstliche Ruine oberhalb des Friedrichsgrunds in Pillnitz von Johann Daniel Schade, In: Kunstgeschichten Dresden Blog (http://blog.k-dd.de/2009/10/die-kunstliche-ruine-oberhalb-des-friedrichsgrunds-in-pillnitz-von-johann-daniel-schade/)

weiterführend:
Von Sydow, Eckart: Carl Gustav Carus und das Naturbewußtsein der romantischen deutschen Malerei, In: Monatshefte für Kunstwissenschaft, Leipzig 1922, 15. Jg., S. 30-38.
Carl Gustav Carus – Wahrnehmung und Konstruktion. Akten zum interdisziplinären Kolloquium 21. bis 23. Mai 2008 im Residenzschloß, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2009.

13,7 x 19,5 cm, Ra. 18,2 x 23,7 cm. Aufruf 20000 €
Zuschlag 24000 €
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.

006   Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.

Öl auf dünner Malpappe, nachträglich vollflächig auf Bütten montiert und minimal geschnitten. Unsigniert. Verso auf der Rückwand von unbekannter Hand bezeichnet. In schmaler Holzleiste gerahmt.
Malschicht mit leichter, kleiner Kratzspur o.li. (ca. 9 mm), im Himmel kaum sichtbar kratzspurig. Im Streiflicht vereinzelt Spuren der Pinselführung des Firnisauftrag erkennbar. Im Falzbereich mit unscheinbaren Firnisverfärbungen. Malträger leicht verwölbt.
Nicht im WVZ Prause.

Eine ausführliche Expertise von Prof. Dr. H. J. Neidhardt, Dresden, vom 20. April 2012 liegt vor.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, Patentochter der Margarete Schwerdtner; vormals im Besitz der Margarete Schwerdtner, Pflegetochter der Caroline Cäcilie Carus.

In den Sommermonaten Mai bis August des Jahres 1844 bereiste Carl Gustav Carus als Begleiter des sächsischen Königs Friedrich August II. weite Teile Englands und Schottlands - eine an Eindrücken und Beobachtungen überreiche Exkursion, die ihren adäquaten literarischen Niederschlag in den 1845 publizierten Reisetagebüchern "England und Schottland im Jahre 1844" gefunden hat. Dank dieser äußerst präzisen Aufzeichnungen der Reiseereignisse läßt sich ein genaues Entstehungsdatum für das hier vorgestellte Seestück ausmachen: der 1. Juni 1844, zwischen zehn und elf Uhr vormittags. Im Eintrag unter diesem Datum liest man, daß morgens um sechs das seit dem Hafen von Portsmouth zur Verfügung stehende Segelschiff "Fanny" bestiegen wurde, um nach einer ausführlichen Umrundung der Isle of Wight gen Southampton zu steuern, wo man um halb drei Uhr anlegte. Die bizarre Felsformation der "Needles" wurde nach etwa der halben Fahrt vor der Mittagszeit erreicht; Carus' Zeilen fassen den Anblick in äußerst schilderungsreichen Worten zusammen: "Wirklich war indeß fürs erste der Wind vollkommen günstig, und man setzte alle Segel bei, um noch, bevor man nach Southampton kehrte, die Westspitze von Wight mit den merkwürdigen Kreidefelsen der Needles zu erreichen. Die Fahrt war sehr schön, die Küste von Wight streckte sich in manchen Schwellungen lang hin und das Meer gab die herrlichsten Effecte. […] Jetzt erschienen nun die Needles - drei hohe in einer Linie hinaus ins Meer gelagerte Kreidefelsen, schön von den noch schief auffallenden Strahlen der Morgensonne beleuchtet, umflogen und bedeckt von Möven und Tauchern, umbrandet von dem grünlichen Meere. - Der Anblick war prächtig; der bräunliche und grünliche Beschlag um den Fuß der Klippen, der Glanz der scharfen Kanten und Zacken der Kreide, der duftige Schimmer der hohen Kreidewände der Insel selbst, das lockere, sein auf dem Horizonte schwebende Gewölk, und die stets wechselnden Gruppen und Bilder, welche bei jedem Vorwärtsdringen, Schwenken und Schwanken unsrer Fanny entstanden und verschwanden; ich werde es nie vergessen! Wir fuhren noch über die Klippen hinaus, so daß wir auch ihre westliche Ansicht gewannen, und die weite offene See vor uns lag, …" Die hier zur Auktion gebrachte kleine Studie beschreibt mit malerischen Mitteln genau diese Beobachtungen, findet sich in ihr eben jene Stimmung einfühlsam wiedergegeben. "Die genau beobachtete Schilderung von Felsen, bewegter See und Atmosphäre zeugt von dem innigen Naturverhältnis des Künstlers. Sie hat weniger mit Romantik als mit Impressionismus zu tun und ist somit durchaus auf der Höhe der Zeit." (aus: Expertise Prof. Neidhardt).

Literatur:
Carus, Carl Gustav: England und Schottland im Jahre 1844, Band 1, Berlin 1845, S. 108ff.
Von Sydow, Eckart: Carl Gustav Carus und das Naturbewußtsein der romantischen deutschen Malerei, In: Monatshefte für Kunstwissenschaft, Leipzig 1922, 15. Jg., S. 30-38.

weiterführend:
Carl Gustav Carus – Wahrnehmung und Konstruktion. Akten zum interdisziplinären Kolloquium 21. bis 23. Mai 2008 im Residenzschloß, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2009
Prause, Marianne: Carl Gustav Carus, Leben und Werk. Berlin 1968, S. 148/149. Nr. 287.

Abbildungsnachweis für C.G. Carus, England und Schottland im Jahre 1844: SLUB Dresden / Hist.Brit.A.279-1, S. 108ff.

12,3 x 19 cm, Ra. 14,3 x 21 cm. Aufruf 12000 €
Zuschlag 42000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

044   Fredo Bley "Landschaft im Februar". 1991.

Öl auf Leinwand, auf Sperrholz aufgezogen. U.re. signiert "Fredo Bley" und datiert. Verso nochmals signiert, betitelt und bezeichnet "(Ölmalerei) / Buchwald Vogtland". In einer profilierten, goldgefaßten Holzleiste gerahmt. Malschicht minimal berieben.
Die Ecken des Malträgers etwas bestoßen.

80,7 x 101 cm, Ra. 89 x 109 cm. Aufruf 500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 1100 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

061   Hermann Glöckner "Mähmaschine vor Kirchturm (Johnsbach)". 1950.

Tempera über Graphit. In Blei monogrammiert "G" u.re. Auf Untersatzpapier im Passepartout des Künstlers vollrandig montiert. Auf dem Untersatzpapier verso monogrammiert "G", in Tinte nochmals signiert "Glöckner" und mit dem Künstlerstempel versehen. Am unteren Rand über Blei in Tinte bezeichnet "II Maschine + Kirche (W)" und datiert "190850/II N" sowie in Blei mit der Nachlaßnummer "2624" versehen.

In kraftvollen Farben zeigt sich in jenem ländlichen Motiv Herman Glöckners Bestreben zur Klarheit und Konstruktion, das sich besonders im abstrakten Flächen- und Konturenspiel des abgebildeten landwirtschaftlichen Gerätes hervorhebt.

BA. 29,5 x 41,8 cm, Passepartout 48 x 64 cm. Aufruf 1200 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2400 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

075   Hans Jüchser "Stilleben mit grünem Glas und Muscheln". 1972.

Öl auf Hartfaser. Signiert u.li. "Jüchser" und datiert. Verso mittig nochmals signiert, datiert, betitelt und mit Maßangaben versehen. In schlicht profilierter Holzleiste gerahmt, Rahmen bestoßen.
Nicht im WVZ Schmidt.

"Meine Beschäftigung mit dem Stilleben ist die beste Möglichkeit, die formalen und fertigen Gesetze zu studieren, wobei der Gegenstand oft belanglos, der Gehalt der Gestaltung aber ebenso bedeutsam wie das Menschenbild sein kann." Diesen Worten Hans Jüchsers folgend, galt das Hauptinteresse des Künstlers der formalen Erscheinung der dargestellten Objekte; ihrer Anordnung im Raum und der damit verbundenen Licht- und Schattenwirkung, dem Verdecken und Offenbaren benachbarter Gegenstände und dem wirkungsvollen Spiel der Gegensätze von harten und weichen Umrissen, denen durch das sehr eigene Kolorit Jüchsers eine immer neue Erscheinung auferlegt wird. So sieht der Betrachter auch in sich wiederholenden Motiven, wie z.Bsp. der Fußschale mit Birne, einen durch veränderten formalen Kontext und farblicher Interpretation neu erfundenen Bildgegenstand. (Vgl. Hans Jüchser "Stilleben mit Vogel". 1969. Öl auf Sperrholz. Kunstsammlung Neubrandenburg, Inv.-nr. 1981; obenstehendes Zitat nach: Hans Jüchser (1894-1977). Malerei; Ausstellungskatalog Kunstausstellung Kühl und galerie refugium, Dresden 1994, S. 15.).

39,2 x 52,2 cm, Ra. 45,2 x 58,7 cm. Aufruf 4000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 9500 €
KatNr. 89 Wilhelm Lachnit, Stilleben mit Skulptur und Teerosen. 1942.

089   Wilhelm Lachnit, Stilleben mit Skulptur und Teerosen. 1942.

Öl auf leinenkaschierter Sperrholzplatte. Signiert u.re. "W. Lachnit" (in Rot über Schwarz) und datiert. Verso von unbekannter Hand nummeriert. In goldgefaßter Profilleiste mit Eckpalmetten gerahmt.
Malschicht partiell leicht frühschwundrissig, im Bereich der Vasen deutlicher. Kleinere, fachgerechte Retuschen im Hintergrund der gelben Kamelien. Im Falzbereich mit den Resten einer früheren Bemalung.

Wie das in der Sammlung der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden befindliche "Stilleben mit Rose und antiken Gipsen" von 1945, zeugt auch dieses Werk von der "noblen Farbkultur, die Lachnit unter seinen Kennern zum 'Raffael von Dresden' erhob". Stark vergleichbar in Kolorit und Aufbau, jedoch ohne den nahezu pathetischen Beiklang des drei Jahre später enstandenen Werks faszinieren hier die klaglose und doch hoffnungspendende Stille und der sich im warmen Ausdruck übermittelnde Sieg der Schönheit. (zitiert nach: Werner, Gabriele: Wilhelm Lachnit 1899-1962. Gemälde, Dresden 2000, S. 68).

61,2 x 49,4 cm, Hartfaser 63,3 x 51,7 cm, Ra. 77,5 x 65 cm. Aufruf 3800 €
Zuschlag 11000 €
KatNr. 130 Paul Wilhelm, Lesendes Mädchen im Garten des Künstlers mit blauem Rittersporn. 1930.

130   Paul Wilhelm, Lesendes Mädchen im Garten des Künstlers mit blauem Rittersporn. 1930.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "P. Wilhelm" und datiert. Verso mittig nochmals signiert.
Malschicht vereinzelt mit kleineren Retuschen in der oberen Bildhälfte; partiell leichtes Horizontalkrakelee. Neue Keilrahmung.

Es ist wohl kaum falsch zu behaupten, daß neben der Malerei die Beschäftigung im Garten das Leben Paul Wilhelms entscheidend prägte, so daß es nicht wundert, daß zahlreiche seiner Werke Motive aus diesem selbstgeschaffenen Refugium in Radebeul bei Dresden zeigen. Zwei wesentliche und immer wiederkehrende Charakteristika des Wilhelmschen Gartens offenbaren sich auch auf diesem 1930 entstandenen Gemälde: die fast "mannshohe Ziegelmauer", die den Garten umfriedete und "Wilhelms Arkadien" schützte und "die legendären Rittersporne, denen die Passion des Züchters galt". (zitiert nach: Schmidt, Werner: Paul Wilhelm zum 100. Geburtstag. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphik, Dresden 1987, S. 7/8.).

99,5 x 64,5 cm. Aufruf 2800 €
Zuschlag 4600 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

236   Carlfriedrich Claus "Aggregat K". 1988.

Verschiedene Drucktechniken und Materialien (Offset und Tiefdruck, Schrift, Zeichnung, Radierung, Collage) auf verschiedenen Papieren, u.a. Bütten und Transparentfolie. Einzelblätter, Doppelbögen und Leporellos. Die Blätter jeweils signiert "Carlfriedrich Claus" bzw. monogrammiert "C.C." sowie nummeriert "20 - 80". Beigelegt ein schmales Heft mit Fadenheftung "Korrespondenz". Exemplar 41/50. Edition der eikon-Grafikpresse, Verlag der Kunst, Dresden. In der originalen Kassette.
Blatt 1 verso mit leichter Randbräunung li. Eine Collage zum Teil mit gelösten Klebeverbindungen, sonst in tadellosem Zustand. Die Kassette minimal gebrauchsspurig.
WVZ Werner/ Juppe G 83-109.

Vgl. Aurora und die eikon Grafik-Prese Dresden 1964-1992. Dresden, 1999. Nr. 50.

42 x 31,5 cm. Aufruf 1800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3600 €
KatNr. 311 Max Liebermann

311   Max Liebermann "Dünenlandschaft bei Noordwijk mit weiblicher Figur". Um 1907.

Kohlezeichnung. U.re. in Kohle oder Kreide signiert "MLiebermann" und bezeichnet "Nordwyk".
Unregelmäßige linke Blattkante. Am linken und rechten Blattrand unfachmännisch im Passepartout klebemontiert. Blatt stärker gebräunt.
Ein schriftliches Gutachten von Frau Drs. Margreet Nouwen, Max Liebermann Archiv Berlin, mit der Authentizitätsbestätigung vom 09.02.2011 liegt vor.

Noordwijk aan Zee war seit 1905 Liebermanns Hauptquartier, wenn er - wie fast jeden Sommer - für einige Wochen oder Monate nach Holland kam, um dort vor der Natur zu arbeiten. Das vorliegende Blatt ist offensichtlich während einer seiner Erkundungswanderungen entstanden, denn wie die unregelmäßige linke Kante bezeugt, wurde das Blatt aus einem Skizzenbuch gerissen.
Die Komposition zeigt große Ähnlichkeit mit der Kaltnadelradierung "Noordwijk-Binnen" aus dem Jahre 1907 (WVZ Schiefler 65), was die Datierung ebenso bekräftigt wie der suggestive Stil, mit dem Liebermann das wellige Dünengelände dargestellt hat.

Darstellung 12 x 17 cm, Bl. 12 x 19 cm. Aufruf 1500 €
Zuschlag 2600 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

462   Hermann Glöckner "Die Wegbiegung, dahinter Gehölz, rechts Wiesenfläche". 1953.

Gouache auf chamoisfarbenem Velin. In Graphit ligiert monogrammiert "HG" und datiert "53" u.re. Verso in Graphit nochmals signiert "Herm. Glöckner" u.li., datiert u.Mi. "130653/3" und mit der Nachlaßnummer "2162" u.re. versehen.
Blatt technikbedingt minimal wellig und leicht knickspurig.

Auch in seinen zahlreichen ländlichen und dörflichen Ansichten tritt das Ordnende der Fläche als bestimmendes Merkmal seiner Gestaltung immer wieder hervor, das zugleich auch seine Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, Einfachen und Echten infolge der Erlebnisse des Zweiten Weltkrieges in sich trägt.
Vgl. Lit.: Hermann Glöckner für Dresden. Ausstellung zur Wiedereröffnung des Leonhardi-Museums vom 10.10.-28.12.2003, S. 12.

30 x 42,2 cm. Aufruf 1000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 4600 €
KatNr. 600 Helmut Schmidt-Kirstein, Mädchen mit Katze. 1981.

600   Helmut Schmidt-Kirstein, Mädchen mit Katze. 1981.

Lithographie. In Blei signiert "Kirstein" und datiert u.re, nummeriert "2/20" u.li. Im Passepartout.

St. 32,5 x 40 cm, Bl. 42,9 x 50,4 cm. Aufruf 130 €
Zuschlag 550 €
KatNr. 684 Gustav Seitz
KatNr. 684 Gustav Seitz
KatNr. 684 Gustav Seitz

684   Gustav Seitz "Liu yn Fu, chinesische Textilarbeiterin". 1951.

Bronze, gegossen, braun patiniert. Signiert "Seitz" an der unteren linken Halspartie. Mit dem Gießerei-Stempel "Noack Berlin" an der unteren rechten Halspartie. Auf olivgrün-grauem Marmorsockel mit heller Äderung. Wohl einer von drei Güssen.
Stellenweise leichte, grünliche Kupferpatina. Am Sockelansatz unscheinbar überarbeitet.
WVZ Grohn 319.

Gustav Seitz zählte in den Nachkriegsjahren zu den wenigen Künstlern, die in den beiden sich neu konstituierenden deutschen Staaten gleichermaßen Anerkennung unter den Kunstliebenden fanden. Er wandelte auf der Suche nach neuen formalen Herausforderungen sicher zwischen den Welten, politischen Attacken und beständigen Versuchen der Vereinnahmung trotzend. Bis 1958 lebte er in Ostberlin und arbeitete im Westen, bereiste östliche und westliche Länder gleichermaßen. 1951 reiste Seitz nach China, veröffentlichte später seine dort entstandenen "Studienblätter" mit einer Einleitung von Anna Seghers - eine Publikation, die ambivalente Reaktionen hervorrief.

Lit.: Gustav Seitz. Skulpturen und Zeichnungen, Dresden 1956, S. 22, Abb. 40.

H. 32,5 cm, mit Sockel 37 cm. Aufruf 5000 €
Zuschlag 5500 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

687   Christian Theunert, Doppelgesicht. Um 1965.

Terrakotta, gebrannt, teils schwarz gefaßt und partiell glasiert. Schwer lesbar monogrammiert u.li. "Th".
Kleinere und größere Brandrisse. Am Stand Verkittung, ebenda und an den Rändern der Profilscheibe kleinere bis größere Materialausbrüche mit Materialverlust. Material insgesamt bruchanfällig.

Lit.: Ausstellungskatalog "Christian Theunert. 1899-1981. Skulpturen - Grafik" der Berlinischen Galerie, Berlin 1985, S. 37 (Abb.), S. 63, Katalognr. 18.

H. 81 cm. Aufruf 1200 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3200 €
KatNr. 805 Großer Vorlegelöffel. Gottlieb Christian Wasserland, Dresden. 1785.
KatNr. 805 Großer Vorlegelöffel. Gottlieb Christian Wasserland, Dresden. 1785.
KatNr. 805 Großer Vorlegelöffel. Gottlieb Christian Wasserland, Dresden. 1785.

805   Großer Vorlegelöffel. Gottlieb Christian Wasserland, Dresden. 1785.

12-lötiges Silber, getrieben. Ovoid gemuldete Laffe, schmaler, länglicher Stiel und einfacher, gerundeter Griff. Verso mit der gravierten Widmung "Liebe mich wie ich Dich.", "Liebe 1787" sowie dem gepunzten Monogramm "C.C.St.". Der Stiel verso mit einem Tremolierstich. Die Oberseite des Griffs mit der gepunzten Stadtmarke, dem Jahreszeichen sowie dem Meisterzeichen.
Unscheinbar gebrauchsspurig.

L. 34,6 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 360 €
KatNr. 849 Fußschale. China. Spätes 19. / Frühes 20. Jh.

849   Fußschale. China. Spätes 19. / Frühes 20. Jh.

Silber (geprüft), patiniert. Querrechteckiger, gedrückt gebauchter Korpus mit eingezogener Schulter auf zwei vollplastisch ausgearbeiteten Drachenkopffüßen. Die Wandung mit reliefiert gearbeiteten Blütenzweigen. Die Mündung hochgezogen und mit durchbrochen gearbeiteten Bambuszweigen. Am Boden mit der zweifach gepunzten chinesischen Exportmarke.
Patiniert.
Gesamtgewicht 586g.

L. 19,8 cm, B. 19,6 cm, T. 13,7 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 2000 €
KatNr. 894 Neobiedermeier-Sitzbank. Deutsch. Um 1900.

894   Neobiedermeier-Sitzbank. Deutsch. Um 1900.

Kirschbaum auf Nadelholz furniert, die Beine aus Laubholz, gebeizt. Gerader Gestellrahmen auf vier leicht ausschwingenden Vierkantbeinen. Diese in ebenfalls leicht ausschwingende Armlehnen übergehend, die Rückenlehne gerade. Rücken- und Armlehnen mit ebonisierter Schilfblatt-Versprossung, dezente Akzentuierung durch Fadenintarsien und ebonisierte Oberkanten der Lehnen. Die querrechteckige Sitzfläche gepolstert.
Oberfläche minimal berieben, schauseitig kleinere Furnierbestoßungen. Polsterung erneuert.

H. 82,3 cm, L. 156,5 cm, T. 57,3 cm. Aufruf 180 €
Zuschlag 650 €
NACH OBEN


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,0%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

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