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AUKTION 61
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19 Datensätze

Adrian-Nilsson, Gösta

Altenbourg, Gerhard

Altenkirch, Otto

Barlach, Ernst

Braunsdorf, Julius Eduard

Dix, Otto

Fossi, Carlo

Glöckner, Hermann

Höst, Marianne

Kretzschmar, Bernhard

Kuehl, Gotthardt

Penck, A.R.

Pesne, Antoine

Richter, Günter

Thiele, Johann Alexander

Vedova, Emilio

Vos, Thomas Andreas (Theo)

Weiss, Johann Baptist

Wigand, Albert




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1 Ergebnis


Bernhard  Kretzschmar

1889 Döbeln – 1972 Dresden

Nach einer Dekorationslehre begann Kretzschmar von 1909–11 ein Studium an der Dresdner Kunstgewerbeschule. Ab 1912 an der Kunstakademie bei R. Müller. 1914 Meisterschüler bei C. Bantzer und 1918 bei O. Zwintscher. Er war Gründungsmitglied der "Gruppe 17", der auch P. A. Böckstiegel sowie C. Felixmüller angehörten sowie Mitglied der „Dresdner Sezession 1932". Während der nationalsozialistischen Diktatur wurden Arbeiten beschlagnahmt und für "entartet" erklärt.
### Galizien #### Im Zuge der Bombardierung Dresdens am 13.Februar 1945 wurde der Großteil seines Werkes zerstört. 1958er Jahre lernte er die Malerin Hilde Stilijanov Ab 1946 war er Professor an der HfBK Dresden und ab 1969 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste.

KatNr. 143 Bernhard Kretzschmar

143   Bernhard Kretzschmar "Reitpartie nach Goppeln". 1938.

Bernhard Kretzschmar 1889 Döbeln – 1972 Dresden

Öl auf Leinwand. Signiert "Bernh. Kretzschmar" und datiert u.li. Verso auf dem Keilrahmen o.Mi. nochmals schwach lesbar in Blei signiert. In einem profilierten, goldfarbenen und partiell hellgrau abgesetzten Rahmen.

Im Rahmen einer Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der Gemäldegalerie Neue Meister im Jahr 1989 ausgestellt.

Löffler, Fritz: Bernhard Kretzschmar, Dresden 1985, S. 114.

Ausstellungkatalog der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister, Kat. Nr. 36, S. 43 mit Abb.


Berhard Kretzschmar zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Dresdner Kunstszene während des 20. Jahrhunderts. Sein hoher künstlerischer Anspruch, sein Einsatz für Künstler auch über sein eigenes Schaffen hinaus sowie ein bemerkenswertes Temperament und ein inniges Naturempfinden prägen das Profil dieses Künstlers.
In vielen Gemälden hielt Kretzschmar Stadt- und Straßenansichten von Dresden und seiner Umgebung fest, wobei er auf die solide Ausbildung bei Carl Bantzer mit viel Freilichtmalerei aufbauen konnte. Die Ruhe und die Kraft der Natur mit einer feinen Sensibilität für die verschiedenen Jahreszeiten prägen die Werke Kretzschmars.
Nach 1933 wurde das Thema Landschaft in seinem Schaffen vorherrschend. In Kolorit und tektonischem Aufbau bewahrte er die Tradition der Dresdner Malerei. Ein zugrundegelegter, flächig konzipierter Bildaufbau mit wenig Staffage ließ ihm dabei Raum für eine differenzierte malerische Tonalität. Häufig konzentriert sich die Darstellung auf eine in die Tiefe führende Straße.
Auch in seinem Gemälde "Reitpartie nach Goppeln" kommt dieses Gestaltungsprinzip zum Tragen. Der sich dem Betrachter eröffnende Weg in eine frühlingshafte Landschaft führt den Blick in gebogenem Verlauf durch mehrere horizontal angelegte Ebenen in die Tiefe. Bäume mit frischem Grün säumen diesen Weg und strukturieren zugleich die Bildfläche in der Vertikalen. Den Weg des in Rückenansicht gegebenen Reiterpaares nachvollziehend schweift der Blick des Betrachters über Felder, Äcker und Gehöfte bis zur Horizontlinie mit Hügeln und Häusern einer Stadtrandsiedlung in der Ferne. Im weiten Himmel schwebt ein Ballon empor. Die klare reduzierte und sehr ausgewogene Komposition, die sensibel gesetzen Details sowie die frische und zugleich zurückhaltende Farbigkeit führt zu einer stimmungsvoll erhabenen Gesamtwirkung luftiger Ruhe.
"Reitpartie nach Goppeln" ist ein für Kretzschmar typisches Gemälde, sowohl in inhaltlicher als auch in formaler Hinsicht. Es gehörte zu den philosophischen Grundüberzeugungendes Künstlers, dass er in seiner nächsten Umgebung die ganze Welt beschlossen fand, so dass sein künstlerisches Sehen und Gestalten in einer für sein gesamtes Schaffen bestimmenden Weise durch seine Heimat geprägt wurde. Der freie Blick über die Felder und umliegenden Dörfer Gostritz, Mockritz und Goppeln vermittelte ihm ein Gefühl der Freiheit und Klarheit. Das Motiv der Straße, auf das er immer wieder zugriff, verweist letzlich gleichnishaft auf den Weg des Lebens.

Literatur:
Löffler, Fritz: "Bernhard Kretzschmar". Dresden 1985. S.52 ff.
Männel, Gabriele: "Dresden – Gostritz – Friebelstraße. Landschaft und Reisen". In: Bernhard Kretzschmar. 1889–1989. Ausst-.Kat. SKD. Dresden 1989. S. 37–62.
Walther, Sigrid / Porstmann, Gisbert (Hrsg.): Deutung des Daseins. Bernhard Kretzschmar (1889–1972). Malerei. Grafik. Dresden 2018.
Horst Zimmermann: "Frühwerke und Architekturbilder". In: Bernhard Kretzschmar. 1889–1989. Ausst-Kat. SKD. Dresden 1989. S. 16–36.

Leinwand etwas locker sitzend. Alterskrakelee im Bereich des Himmels und der Wiese, partiell frühschwundrissig. Leinwand mit unscheinbaren Deformationen aufgrund des Farbauftrags und verso mit durchgedrungener Grundierung (technikbedingt). Krakelee leicht schüsselförmig Mi.li. in der Wiese. Rahmen mit Fehlstellen der Fassung an der Außenkante.

68 x 99 cm, Ra. 81,8 x 112,3 cm. 30.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
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