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AUKTION 61
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19 Datensätze

Adrian-Nilsson, Gösta

Altenbourg, Gerhard

Altenkirch, Otto

Barlach, Ernst

Braunsdorf, Julius Eduard

Dix, Otto

Fossi, Carlo

Glöckner, Hermann

Höst, Marianne

Kretzschmar, Bernhard

Kuehl, Gotthardt

Penck, A.R.

Pesne, Antoine

Richter, Günter

Thiele, Johann Alexander

Vedova, Emilio

Vos, Thomas Andreas (Theo)

Weiss, Johann Baptist

Wigand, Albert




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Günter  Richter

1933 Meißen – lebt in Leipzig

1949–53 Lehre als Bossierer an der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen. 1953–58 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seit 1958 freischaffend. 1972 Gründungsmitglied der Leipziger Grafikbörse. 1976–82 Leiter der Arbeitsgruppe der Grafikbörse. 1981 Kunstpreis der Stadt Leipzig. 1990 Lehrauftrag an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zahlreiche Einzelausstellungen, u.a. in Leipzig, Wien, Augsburg und München sowie auf der Biennale Venedig.

KatNr. 168 Günter Richter

168   Günter Richter "Dentistengasse". 1990.

Günter Richter 1933 Meißen – lebt in Leipzig

Öl auf Leinwand. Signiert "Günter Richter" und datiert u.re. In schmaler schwarzer Holzleiste gerahmt.

Die bulgarische Stadt Plowdiw, in diesem Jahr zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt, zählt zu den ältesten, durchgehend besiedelten Städten Europas. Deutsche und österreichische Architekten prägten die urbane Architektur des 20. Jh., sodass der Charakter des westeuropäischen Jugendstils, der Wiener
Sezession und des Neobarock ganze Straßenzüge formte. Das Motiv der "Dentistengasse" zeichnete und betitelte der Leipziger Künstler Günter Richter bereits im Jahr 1986 und hielt eine Momentaufnahme der verfallenden Bausubstanz im beliebten Urlaubsziel Bulgarien fest. Abermals brachte Richter 1990 – nach der politischen Wende Deutschlands – das Sujet im vorliegenden Gemälde in Öl auf Leinwand und zog damit Parallelen zwischen zwei Ländern, deren sozialistische Geschichte auch im Abbild von verkommenden, historischen Architektur offenbar wird.
Die einst bewohnten Häuser büßen, trotz der detaillierten Ausarbeitung des Verfalls, nicht an der monumentalen Erscheinung ihrer Fronten ein. Hinweis auf eine natürliche Umgebung gibt nur der beinahe wolkenlose Himmel, dem nur ein kleiner Bildausschnitt vorbehalten ist. Verstärkt wird die Wirkung eines surrealen Zustands der Zeitlosigkeit, in welcher auch der Natur das Eindringen in die verfallenen Gemäuer verwehrt bleibt, durch das Fehlen jeglicher Vegetation. Das Nagen des "Zahns der Zeit" könnten die transluzenten Gebisse und Zähne symbolisieren, welche Richter – differierend zu der vorgefertigten Zeichnung – dem Ölgemälde hinzufügte. Ebenfalls ergänzte der Künstler ein Hochhaus im oberen Bildbereich – Inbegriff der neuen Architektur des sozialistischen Regimes und ideologiegetreue Reaktion auf Wohnraummangel – hier lediglich durch das Skelett einer Bauruine verkörpert.
Ruinendarstellungen definieren einen großen Anteil im Oeuvre Richters.Vereinzelt oder aufgereiht markieren dabei Personendarstellungen einen lebendigen Gegensatz zur toten Bausubstanz. Die "Dentistengasse" reiht sich mit der menschenleeren Straße somit in besonderer Weise in das Werk des Künstlers ein.

Vgl. Catherine Wilkins: Landscape Imaginery, Politics, and Identity in a Divided Germany. 1968–1989, Ashgate 2013, S. 73 ff.

Minimaler, unscheinbarer Malschicht-Abrieb im dunkelroten Farbbereich u.Mi. und punktuell Fleckchen auf der Oberfläche. U.re. kleine Druckstelle mit Malschicht-Verlust. Unscheinbare, vertikale Leinwand-Deformation im Eckbereich des vorderen Hauses u.re. Rahmen mit kleinen Kratzern.

130,5 x 140,3 cm, Ra. 136,1 x 145,7 cm. 4.800-6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
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* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

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